Sonntag = Familienzeit? Der (lange) Weg dahin…

Als ich 2012 schwanger wurde, wusste ich nicht ansatzweise, was Familienzeit einmal für mich bedeuten würde und wie sich meine Prioritäten verschieben könnten.

Obwohl ich mit drei Geschwistern und jede Menge Cousins und Cousinen aufgewachsen bin, spürte ich keinen Drang möglichst früh, möglichst viele kleine Nachfolger zu produzieren. Vielleicht lag das auch daran, dass ich die älteste Schwester/Cousine war und all die jüngeren Kids doch auch mal nervten und ich öfter gern die Flucht ergriff. Ich liebte mein Elternhaus und meine Kindheit, wollte trotzdem früh raus, fliegen lernen und eben mein Ding machen.

Eins kam zum anderen. Auszug von daheim, erste eigene Wohnung, Uni, Sinneskrise und schließlich 2006 die neue Wohnung in der neuen Heimat Leipzig. Mein schönes Leipzig. Im selben Jahr lernte ich meinen Mann kennen und ja, wir erlebten schöne und stürmische Jahre, geprägt von allerhand Höhen und heftigen Tiefen… meine wilden Anfang- und Mittzwanziger.

2012 war dann nochmal ein intensives Jahr für mich; tolle Festivals und Clubnächte, viele Wochenenden in Berlin, Sonar in Barcelona und Parties auf Ibiza. Viel erlebt, viel gesehen.. vieles hat Nerven gekostet und einiges hätte man sich auch sparen können 😉

Nach Ibiza dann das einschneidende Erlebnis: ein positiver Schwangerschaftstest. Nach anfänglichem Schock folgte bald eine tiefe Freude und große Neugier auf das neue Leben, was bald für meinen Mann und mich kommen würde. Es kam aber auch die Angst zu versagen und die Gewissheit, dass sich Dinge grundlegend ändern werden und vieles nie wieder so sein wird, wie es einmal war. Mit meinen 26 Jahren konnte ich kein Stück einschätzen, ob sich das jetzt positiv oder negativ anfühlt. Wie würden wir als Eltern mit all der Veränderung zurecht kommen und uns als Menschen und als Paar verändern? 

Rückblickend kann man sagen, wir sind sehr gut damit zurecht gekommen, auch wenn es etliche Nerven und schlafarme Nächte kostete. Wir wuchsen mit unseren Aufgaben und wurden eine Familie, äußerlich und auch im Herzen. Mir wurde klar, dass uns die intensivsten, lehrreichsten und ebenso besten Jahre noch bevorstehen würden und das es sich lohnt die Gegenwart zu genießen. Auch wenn wir einiges unserer sogenannten Freiheit abgeben mussten, mehr Absprachen treffen, (so viel mehr) Verantwortung übernehmen und uns manchmal echt konservativ dabei vorkommen, so verlor das Leben dennoch nie an Dynamik und Abenteuer. Wir erleben es nun eben zu dritt und das fühlt sich echt gut und richtig an… Das Leben sollte einfach immer in Bewegung bleiben.

Mittlerweile sind mir die Sonntage sehr heilig geworden. Auf eine völlig andere Art und Weise. Der Tag, der früher weitestgehend zum schlafen und Essen bestellen genutzt wurde, ist mittlerweile der zentrale Tag, um das Leben zu genießen. Frühstück im Zoo, gemeinsame Ausflüge und lange Spaziergänge, die Familie besuchen, kochen und nicht zuletzt der Besuch in der Kirche. Klingt langweilig? Mag sein! Abes es macht unglaublich glücklich!

Es lohnt einfach (ob mit oder ohne Kind) das Bett am Sonntag zu verlassen, was wirklich Schönes zu machen und wertvolle Erinnerungen schaffen… Dank lieber Freunde und großer Familie ist uns das auch möglich, wenn der Papa berufsbedingt nicht dabei sein kann.

Familienzeit ersetzt die Partyzeit? Ja und nein. Auf gute Partys mag ich bis heute nicht verzichten. Ich finde es toll, im Sommer Open Airs zu besuchen, gute Musik LAUT zu hören und das Ganze mit einem Glas Sekt zu krönen. Es findet jedoch mittlerweile in einem anderen Gleichgewicht statt, in einem für mich gesünderen Gleichgewicht. 😉

In diesem Sinne, genießt euren nächsten Sonntag!

Eure Ly

Ein Kommentar

  1. Das hast du wirklich schön und rund geschrieben :)! Ich kann vieles davon nachfühlen und erkenne mich ein bisschen wieder ;). Im Übrigen gefällt mir dein frischer Blog sehr gut . Mein Wunsch bald auch endlich durchzustarten wird immer größer. Die Große wurde erst 2 und der Kleine ist gerade mal 6 Wochen frisch… Mal schauen, wann das Schreiben anläuft :-D. Mach weiter so, ich bleibe dran beim Lesen. (Im Übrigen lese ich wie du auch keine Blogs regelmäßig^^) Liebe Grüße Fanny

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