Walk For Freedom 2017. Gegen moderne Sklaverei.

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Momentan reden alle über die Bundestagswahl oder lenken sich mit Oktoberfest-Partys ab. Ab November sind wir dann wieder im „Vorweihnachtsstress“, planen die Besuche auf dem Weihnachtsmarkt und den Silvesterabend, shoppen Geschenke oder andere Annehmlichkeiten. Da ist nichts Schlimmes dran, so sind wir Menschen hier. Das sind die Dinge, die uns beschäftigen und auch gut ablenken. Tja, und nun gibt es eben auch Dinge, über die in unserer Gesellschaft wenig bis gar nicht gesprochen werden. Und eben so ein Thema möchte ich hier gern in den Fokus stellen. Es ist die moderne Sklaverei.

Der Begriff „Sklaverei“ klingt erstmal verstörend und irgendwie sehr mittelalterlich. Letztendlich ist es Menschenhandel, verbunden mit Zwangsarbeit, Zwangsprostitution und auch die Rekrutierung von Kindersoldaten bezieht es ein. Betroffen sind weltweit Millionen von Menschen und es passiert längst nicht mehr nur südlich vom Äquator oder eben weit weg von uns. Die Realität ist, dass es längst in Europa an der Tagesordnung ist, allen voran Deutschland und auch hier in unserer Stadt. 

Eine weitere bittere Wahrheit ist, dass es weltweit noch niemals zuvor so viele in Sklaverei lebende Menschen gab, wie genau jetzt in diesem Moment. Hier ein paar Fakten: Weltweit sind Millionen von Menschen Opfer von Menschenhandel. Renommierte Sklaverei-Forscher gehen von 27 Millionen aus, die Dunkelziffer könnte jedoch beim Doppelten liegen. Die meisten sind noch sehr jung (im Durchschnitt 12 Jahre), wenn sie in die Fänge von Menschenhändlern kommen. Durch Menschenhandel werden jährlich mindestens 150 Milliarden Doller eingenommen und damit ist es die am schnellsten wachsende kriminelle Industrie. Über 80-90 % der Opfer sind Frauen und Kinder, die mit verschiedenen Methoden aus ihrer Heimat gelockt oder entführt werden und in unmenschliche Bedingungen gezwungen werden, meistens um Sexarbeit zu verrichten. Dies geschieht mitunter in Bordellen, aber auch in Hinterhofwohnungen und ganz offen auf der Straße. Das erarbeitete Geld muss meist komplett an die Peiniger abgeben werden. Es gibt lediglich Nahrung, um zu überleben und Drogen, um möglichst viele Freier durchzuhalten. Die Pässe der Opfer werden unter Verschluss gehalten und es wird gedroht, die Familie zu ermorden, im Falle einer Flucht. Die Lage ist also aussichtslos und so werden leider die wenigsten jemals gerettet. Laut einer Berliner Beratungsstelle arbeiten 400.000 Frauen in Deutschland als Prostituierte, sehr viele davon unfreiwillig.

Es ist ein sehr bitteres und schwerwiegendes Thema; ein Thema, was man nicht mit 2-3 Sätzen abhandeln kann. Mir persönlich liegt es extrem am Herzen und auch wenn es scheint, als könne man nichts dagegen tun, gibt es doch die eine oder andere Sache, auf die ich jetzt kurz aufmerksam machen möchte.

Im kommenden Monat, am 14.10.2017, findet in Leipzig (sowie Berlin, München und in nahezu allen großen Städten dieser Erde) erneut der Walk For Freedom statt, der eben genau auf dieses Thema aufmerksam macht. Der Walk wird organisiert durch die Non-Profit-Organisation A21, welche sich seit etlichen Jahren aktiv gegen Menschenhandel einsetzt, weltweit Schutzräume für Entkommene schafft, viel Präventionsarbeit leistet und eng mit lokalen Behörden und der Polizei arbeitet.

Der Walk For Freedom in unseren Städten soll darauf aufmerksam machen, dass Menschenhandel und Sklaverei existieren, ein Bewusstsein hierfür schaffen und Wege zeigen, wie wir Teil der Lösung sein können. (alle Städte & Infos hier)

Sei dabei am 14.10.2017. Wir laufen einmal quer durch die Innenstadt, schweigend und komplett in schwarz gekleidet. Es ist wichtig.

Eure Ly. 

 

Der Walk in der Leipzig
Datum: 14.10.2017, Uhrzeit: 13:00 Uhr, Treffpunkt: Marktplatz, Dresscode: Schwarz. → Leipziger Walk bei Facebook

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