Mutter Kind Kur. Der Selbstversuch. 

Ich habe es gewagt..! Zum ersten Mal habe ich meiner Heimat Leipzig für ganze 3 Wochen den Rücken gekehrt und nicht nur das.. Es ist auch das erste Mal, dass mein Mann und ich räumlich so lang voneinander getrennt sind, inklusive aller Freunde und Familie.

Eine sogenannte Mutter Kind Kur ist der Grund für meine Abwesenheit, welche ich mit meiner 4-jährigen Tochter angetreten habe. Wir sind abgetaucht in eine andere Welt und was soll ich sagen, wir genießen es! Aber dazu später mehr. 

Die Entscheidung zur Kur fiel mir nicht leicht, zumal ich ein sehr geselliger Mensch bin und mein soziales Umfeld und unseren Alltag liebe. Trotzdem musste ich mal tief in mich reinhören und herausfinden, was momentan eine größere Priorität haben sollte und mir selbst gut tut. 

Sehr spontan kam mir dann Ende August der Gedanke, dass eine etwas längere Auszeit vielleicht doch sehr gut tun könnte, da das Baby in mir immer größer wird, das Finale stetig näher rückt und dann wieder Highlife im Hause Stefanik herrscht. Es erschien mir wirklich sinnvoll vorab nochmal richtig runterzufahren, sich zu erholen und vor allem eine intensive Zeit mit meiner Tochter zu verbringen, welche bald “die große Schwester“ sein würde und kein Einzelkind mehr. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erhellte es meine Gedanken und schnell war mir klar: ich muss mich schlau machen, wie und wo man eine solche Kur beantragt. 

Daraufhin habe ich ein paar mal mit der Krankenkasse und einigen Kur Einrichtungen telefoniert, die Seite vom Müttergenesungswerk akribisch durchforscht und ein paar Schriftbögen ausgefüllt oder ausfüllen lassen. Und so kam es, dass bereits 4 Tage nach Antragstellung die Zusage zur Kur in meinen Briefkasten flatterte. Dies hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass Anträge von Schwangeren schneller bearbeitet und nahezu immer bejaht werden; erstaunt hatte es mich dennoch. 

Exakt 5 Wochen später war es soweit, unsere Abfahrt ins Zittauer Gebirge sollte starten! Warum ausgerechnet dahin? Ich wollte nicht ans Meer, ich wollte in den Wald. Wirklich wahr! Die deutschen Küsten sind im Herbst toll, aber oft auch irre windig und eben nass. Dann lieber ein uriger Wald, Herbstlaub und Gebirgsromantik, das ist mein Ding. Da stört mich auch ein möglicher Regenguss nicht.  

Nach 2,5 Stunden Autofahrt kamen wir im verschlafenen Kurort Jonsdorf an. Ich war früher schon ein paar mal hier gewesen und so fand ich auch schnell zu unserer neuen Bleibe, direkt am Waldrand gelegen. Der erste Eindruck war wundervoll! Idylle und vor allem Stille pur. Perfekt für eine Pause vom Großstadtleben.

Nach dem Einchecken im Haus, dem Beziehen der Zimmer und auspacken unserer (gefühlt zehn) Koffer, überkamen mich dennoch ein paar Gedanken der Ungewissheit: „Halten wir das hier wirklich für 3 Wochen aus?“, „Kann man neu auftanken, wenn 30 andere Muttis mit ihren Kids hier auch ein- und ausgehen?“, „Wird uns das Heimweh packen?“. In meinem Kopf ratterte es, auch wenn die Begrüßung im Haus sehr herzlich war und scheinbar alles gut zu passen schien. 

Was soll ich sagen? Das anfängliche Unbehagen war sehr sehr schnell verschwunden! Ein Hauptgrund hierfür ist mit Sicherheit mein tapferes Kind, welches von der ersten Sekunde an einfach alles genossen hat. Also fing ich auch an zu genießen und mich auf die Auszeit einzulassen. 

Wenn man einen Alltag als Familie hat, welcher nahezu immer rappelvoll ist, weiß man es umso mehr zu schätzen, mal nicht kochen zu müssen, putzen oder einzukaufen, zwischen Bürostuhl, Kita und anderen Terminen hin und her zu düsen… hier gibt es das alles nicht. Hier gibt es rund um die Uhr extrem gutes Essen und liebes Personal, welches den Tisch für uns deckt und wieder abräumt. Es gibt Wellness mit Massagen und Moorpackungen, Yoga und Nordic Walking. Allmorgendliche kneippsche Güsse. Es gibt einen großen Garten und den angrenzenden Wald, wo die Kinder täglich ihre Buden bauen. Außerdem einen Indoor Pool, Fitnessbereich und Sauna, mehrere Hobby- und Spielzimmer, sowie eine kureigene Kita, wo die Kids liebevoll für einige Stunden von Mo-Fr betreut werden können. Und nicht zuletzt viele schöne Ausflugsziele rund herum! Kurzum: Es fehlt an nichts. 

Negative Aspekte? Meine Matratze ist einen Ticken zu hart. Und das Frühstück zwar mega reichhaltig, aber echt zeitig! Wobei wir uns an den Rhythmus hier schnell gewöhnt haben. 

Mein Fazit: Ein Kur Aufenthalt ist etwas tolles! Man fährt komplett runter, tankt auf und wird kreativ. In der Regel findet man schnell Anschluss und erlebt eine unvergessliche Auszeit. Aber, man muss es wirklich wollen und sich darauf einlassen können. Und man sollte im Vorfeld genau recherchieren, welche Kureinrichtung zu einem passt. Auf der Seite vom Müttergenesungswerk findet man sämtliche Infos. 

Es grüßt euch lieb,

Eure erholte Ly 

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